KONZERTBESCHREIBUNG
Am 8. Juni 2026 verstarb, wenige Tage vor seinem 95. Geburtstag, der Bayerische Kultusminister a. D. Prof. Dr. Hans Maier, u. a. Träger des Romano-Guardini-Preises. Hans Maier war Christ, Universalgelehrter, Politiker und Kirchenmusiker. Mit einem Grußwort des ehemaligen Bundesfinanzministers Theo Waigel erinnert sich im Konzert ein Weggefährte Hans Maiers zurück. Hans Maier: „BACH gehört heute allen, er ist, wie nur noch Mozart, „allen alles geworden“.
Julius Berger (Violoncello) und Jürgen Geiger (Orgel) werden ihm zu Ehren Musik von Johann Sebastian Bach erklingen lassen. Neben Bearbeitungen für Violoncello und Orgel, wie die Cellosuite Nr. 3 in C-Dur BWV 1009 (in der Fassung von Robert Schumann), die Choräle „Herzlich tut mich verlangen“ BWV 727, „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ“ BWV 639, „Jesus bleibet meine Freude“, stehen auch das großangelegte Orgelwerk „Toccata, Adagio und Fuge“ BWV 564, die „Fuga sopra il Magnificat“ BWV 733 und das Choralvorspiel „Schmücke dich, o liebe Seele“ BWV 654 auf dem Programm. „Gleichzeitigkeit mit Christus“ – Hans Maier hat dieses Wort Sören Kierkegaards im Zusammenhang mit Musik genannt. Vielleicht ist Johann Sebastian Bach dem Sinn dieses Wortes am nächsten gekommen. „SDG“, „Soli Deo Gloria“, „Gott allein die Ehre“, dieses Wort Bachs unter seinen Werken soll auch diese Stunde für Hans Maier prägen und damit die wegweisenden Werte seines Wirkens lebendig erhalten.
Seit mehr als 40 Jahren ist der in Augsburg geborene Cellist Julius Berger aus dem Musikleben nicht mehr wegzudenken. Und das nicht nur weil er ein wunderbarer Interpret ist, den Wolf-Eberhard von Lewinski nach seiner zweiten Aufnahme der Cello-Suiten von Bach einen „Propheten des Cellos“ nannte. Julius Berger bereichert die Musikwelt in vielfältiger Weise, als Interpret, Pädagoge, Entdecker, Denker, der „ausgetretene Pfade“ nicht liebt. Prägende Lehrer Bergers waren in München Fritz Kiskalt, in Salzburg Antonio Janigro, dessen Assistent er mehrere Jahre lang war und in Cincinnati (USA) Zara Nelsova.
Julius Berger ist als Solist und Kammermusiker weltweit gefragt, hat unzählige Aufnahmen für Rundfunk, Fernsehen und CD eingespielt und bildet Spitzennachwuchs aus. Dass Julius Berger keinen Unterschied zwischen Historischem und Zeitgenössischem macht, sondern ganz im Sinne seines Lehrers und Freundes Mstislav Rostropovich den Kontakt zu lebenden Komponisten sucht und das Entstehen neuer Werke gezielt durch Aufträge, Ur- und Erstaufführungen fördert, gehört sicherlich zu seinen großen Verdiensten.
In jüngster Zeit widmet sich Julius Berger vor allem der Erforschung des geistigen Hintergrundes großer Standardwerke von Bach, Beethoven, Brahms und anderen. Seit vielen Jahren ist Julius Berger künstlerischer Leiter der Festivals in Eckelshausen (Deutschland) und Asiago (Italien) sowie Präsident des Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen (Deutschland). Im Jahr 2009 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz berufen.
Prof. Hans Maier war Jürgen Geiger ein Mentor: „Geiger beherrscht Klavier und Orgel mit großer Kunst, es gibt kaum Grenzen für seine im Lauf der Jahre gereifte Virtuosität. Dabei verfügt er nicht nur über eine stupende technische Geläufigkeit, sondern auch über Einfühlungskraft und Sensibilität…“. „Ich wünsche diesem jungen Künstler reiche Entfaltungsmöglichkeiten für sein ungewöhnliches Talent! Seine Vielseitigkeit ist beeindruckend… er ist auch ein Meister der Improvisation, einfallsreich, überaus beweglich, mit überraschenden und eigenwilligen Zügen.“ Jürgen Geiger ist 1976 geboren und studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in München. Dort legte er neben dem A-Diplom in Katholischer Kirchenmusik das Konzertexamen im Fach Klavier in der Klasse von Michael Schäfer ab. Zugleich erwarb er Konzertdiplome in den Fächern Orgel und Orgelimprovisation. Seit 2009 wirkt er als Kirchenmusiker in Weilheim und konzertiert auf internationalen Podien als Pianist und Organist, so in den Philharmonien von Berlin, Köln und München, in der Elbphilharmonie in Hamburg und im Auditorio de Tenerife, auf Orgeln und in Kammermusikvereinigungen in England, Spanien, Italien und Frankreich.